Sprechende Hülle
Beschreibung
Das Projekt zum Friedhof Judensand besteht nicht aus der Gestaltung des Friedhofs. Es besteht aus der Schaffung einer „kommunizierenden Hülle“ für einen scheinbar ungestalteten Ort der Erinnerung und des Glaubens, einen Ort, an dem menschliches Gestalten in den Hintergrund tritt.
Über eine Länge von rund 600 Metern umhüllt eine Kombination aus Hecke, Zaun und Sichtfenstern den Friedhof. Die Taktung der Fenster reagiert situativ auf mögliche Blicke und Details auf dem Friedhof selbst. So dient die Hüllstruktur als Mittel der Kontaktaufnahme und des Austauschs zwischen Innen und Außen. Die einheitliche Gestaltung gibt dem Ort eine sichtbare Präsenz und Verankerung in einem heterogenen Stadtraum.
Die Hochbauten entwickeln als „Schutzbauten“ zeichenhafte Dachstrukturen für den Haupteingang und für das Besucherzentrum. Sie markieren damit tatsächliche und erzählerische Zugangsportale zum Ort und seiner Geschichte. Programmatisch und gestalterisch sind sie Teil der neuen Hülle des Friedhofs und ablesbar als gegenwärtige Hinzufügung.
Landeshauptstadt Mainz (Grün- und Umweltamt)
Nichtoffener Planungswettbewerb 2020, 1. Preis
Objektplanung Freianlagen LP 1-9
2024 – 2026
Freianlagen ca. 2,3 Mio. € netto
Hochbau ca. 2,2 Mio. € netto
3,3 ha
Holzer Kobler Architekturen, Zürich / Berlin
Götte Landschaftsarchitekten, Frankfurt am Main, BÜ (Freianlagen)
Planungsgruppe Rheinhessen, Mainz, BÜ (Erdbau und Stützmauern)
Ernst² Architekten, Frankfurt am Main, BÜ (Hochbau)
Carsten Costard (2)
Elke Höllein, Landeshauptstadt Mainz
Sören Kiefer, Götte Landschaftsarchitekten
Lia Pollak, SINAI (3)







